Sondersitzung des Planungs- und Umweltausschusses

Bekanntlich geht die Planung einer möglichen Stadtbahnanbindung von Querum in eine nächste Runde. Am kommenden Dienstag findet die Sondersitzung des Planungs- und Umweltausschuses der Stadt statt. In Vorbereitung darauf haben wir unser Anliegen bei der Begehung durch die Ausschussmitglieder durch Plakate deutlich gemacht und jetzt an die Fraktionen und einige Ratsmitglieder eine Zusammenfassung der wesentlichen Punkte geschickt. Zwei Dinge sind dabei neu:

Wir sind jetzt gespannt auf die Diskussion im PlUA und hoffen, dass der Ausschuss der Stadt weitere Planungen zur Betonierung des Landschaftsschutzgebietes untersagt.

Hier unsere aktuellen Stellungnahme:

Gegenüberstellung der Erschließung Querums über unterschiedliche Varianten

Nachfolgend findet sich eine Gegenüberstellung einer Erschließung von Querum durch das Landschaftsschutzgebiet (A-Varianten) im Vergleich zu einer Erschließung über die Querumer Straße (C-Varianten).

Erschließung Querum durch Natur (A-Varianten) Erschließung Querum über Straße (C-Varianten) Referenz
Wegebeziehung Neue Ost-West-Verbindung für den ÖPNV (Fahrrad-/Fußwege existieren bereits) Bekannte Wegebeziehungen
Erschließungswirkung Bessere Erschließungswirkung als Variante über Querumer Straße (östliche Haltestelle bietet bei 500m-Radius-„Einzugsgebiet“ ca. 500 potentielle zusätzliche Fahrgäste.) Bessere Erschließungswirkung als Bus (Bei 700m Radius-„Einzugsgebiet“ um Haltestelle Bevenroder Straße vernachlässigbarer Unterschied / bei 900m Radius kein Unterschied.)
Infrastrukturkosten Die notwendigen Gelder (Steuergelder) sind durch die technischen Bauwerke wesentlich höher Die Kosten für die Infrastruktur bewegen sich im bekannten Bereich für die Errichtung von Trassen im Straßenraum (Bevenroder/Querumer-Straße müssen ohnehin saniert werden)
Betriebliche Notwendigkeit „Gliesmaroder Schleife“ Notwendig Nicht notwendig
Beeinträchtigung des Verkehrsflusses in Querum Zusätzliche Querung der Bevenroder Straße (Angenommene Variante A3) Durch mögliche Führung neben der Straße keine/geringe Beeinträchtigung (Angenommene Variante C1)
Förderfähigkeit Gegeben über GVFG (Höhe zu klären) Gegeben über Novelle des GVFG (Höhe zu klären) Entwicklungen im GVFG und in der Standardisierten Bewertung
Bewahrung von Naturräumen (keine Berücksichtigung im NKI) Naturräume werden beeinträchtigt Natur wird nicht beeinträchtigt
Erhalt der Naherholung (keine Berücksichtigung im NKI) Naherholung wird beeinträchtigt Naherholung wird nicht beeinträchtigt
Verringerung des Durchgangsverkehrs in Querum Kein direkter Einfluss, da keine Umsteigemöglichkeit (Park&Ride) Kein direkter Einfluss, da keine Umsteigemöglichkeit (Park&Ride)
Gesamt CO2-Bilanz (keine Berücksichtigung im NKI) Technische Bauwerke / Infrastruktur verschlechtern die Gesamtbilanz erheblich Die CO2-Bilanz bewegt sich im bekannten Bereich für die Führung von Straßenbahnen im Straßenraum CO2-Bilanz der Campusbahn-Auenquerung
Fahrtzeit in Innenstadt (Hagenmarkt) Ca. 14 min Ca. 13min
Durchschnittliche Auslastung der Bahn <20% <20% Erwartete Auslastung

Die Legende zur Tabelle:

Positiver Aspekt für den Naturschutz Negativer Aspekt Neutral

Der Mehrwert der Trasse durch die Natur im Vergleich zu einer Trasse auf der Straße beschränkt sich also allein auf eine neue Verkehrsbeziehung von Querum in die Nordstadt, die bereits heute sehr gut zu Fuß und mit dem Fahrrad zu erreichen ist (Entfernung Hamburger Straße-Bevenroder Straße: ca. 3km) und etwa 500 potentiellen Stadtbahnnutzern, die etwas kürzer zur Haltestelle laufen müssten (maximal 500m statt 700m).

Dem stehen zahlreiche Nachteile gegenüber, die unsere Meinung nach diese geringen Vorteile bei weitem nicht aufwiegen können.

Wenn man also noch einmal einen Schritt zurücktritt und sich das eigentliche Ziel des Stadtbahnausbaus vor Augen führt, „Eine erfolgreiche Verkehrswende, um die Klimaschutzziele zu erreichen und lebenswertere Stadträume zu schaffen.“ dann erkennt man, dass gerade diese beiden Ziele durch eine massive Betonkonstruktion, die einen wertvollen innerstädtischen Naturraum durchschneidet, geradezu torpediert werden.

Am Ende wird man sich daher die Frage gefallen lassen müssen, ob allein die Höhe der Fördergelder für die Stadt Braunschweig, diesen Eingriff rechtfertigen. Denn mit der Novelle des GVFG und der Überarbeitung des Verfahrens der Standardisierten Bewertung ist jetzt schon sicher, dass auch eine Variante über die Querumer Straße gefördert würde – lediglich die Höhe ist noch unklar!

Es sollte daher bereits jetzt beschlossen werden, dass die bevorzugte Trassenlösung über die Querumer Straße führt und diese somit in den Fokus der weiteren Betrachtungen rückt. Erste vielversprechende Ansätze hierzu (Tauschen der Linien) wurden bereits von der Stadtverwaltung vorgestellt.