Kompatibilität mit der Umgebung

Baugesetzbuch BauGB, §34, Absatz 1

Innerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile ist ein Vorhaben zulässig, wenn es sich nach Art und Maß der baulichen Nutzung, der Bauweise und der Grundstücksfläche, die überbaut werden soll, in die Eigenart der näheren Umgebung einfügt und die Erschließung gesichert ist. … ;das Ortsbild darf nicht beeinträchtigt werden.

Anmerkungen

Das in der aktuellen Form geplante Baugebiet fügt sich in vielerlei Hinsicht nicht in die nähere Umgebung ein:

  • Wohndichte und Bebauungsdichte
  • Geschossigkeit/Bauhöhe absolut: bis zu 7 Geschosse und 23,50 m hoch
  • Geschossigkeit/Bauhöhe relativ
    • bis zu 4 Geschosse gegenüber 1,5 Geschossen der vorhandenen Bebauung
    • 5-geschossige Front direkt am Rand zur Auenlandschaft von Wabe und Mittelriede
  • Westliche Baugrenze im Vergleich zu den Bebauungen im Süden und Norden um mehrere Meter nach Westen Richtung Auenlandschaft verschoben.

Während im südlich angrenzenden Gebiet gemäß Begründung zum dort geltenden Bebauungsplan GL44 als „Maßnahmenfläche an der Wabe“ ein Gebäudeabstand von mindestens 70 m zur Wabe eingehalten werden muss – und das bei einer maximal 1,5-geschossigen Bauweise – , soll mit dem Bebauungsplan Holzmoor-Nord eine bis zu 5-geschossige Front mit bis zu 17,50 m Höhe und erheblich weniger Abstand zur Wabe (bis 53 m, an Hand des B-Plans geschätzt) möglich sein. Hier wird eindeutig keine Rücksicht auf diesen sensiblen Naturraum und das vorhandene Ortsbild genommen.

Wie bereits im Abschnitt „Wohnraumbedarf“ erläutert: Für die Bereitstellung von ausreichend Wohnraum in Braunschweig, insbesondere in einem Baugebiet in solch einer Konstellation (Naturraum, Mobilität, Stadtteilstruktur und -größe), ist keine derartige Maximierung der Wohn- und Bebauungsdichte notwendig! Es ist offensichtlich, dass es für die Maximierung andere Beweggründe geben muss.

Forderung

Aus den genannten Gründen ist aus unserer Sicht der vorgelegte Bebauungsplan nicht konform zu den Vorgaben des § 34 BauGB. Wir fordern zu den Randbereichen hin eine an die Nachbarbebauung sowie den Naturraum angepasste Geschossigkeit und Gebäudehöhen und insgesamt eine deutlich geringere Anzahl an Wohneinheiten.

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