Sockelgeschoss

Textstellen

Begründung, Abschnitt 5.4.3, Seite 97

In den übrigen, städtebaulich weniger empfindlichen Bereichen, dürfen als Sockelgeschoss ausgebildete Tiefgaragen oder Kelleranlagen bis zu 1,30 m über dem Bezugspunkt (Straßenverkehrsfläche) liegen.

Anmerkungen

Der Bebauungsplan erlaubt, dass die Erdgeschosse fast aller Gebäude nicht in etwa mit den Verkehrsflächen (Bürgersteig) beginnen (üblich ist ein maximal 30 cm Absatz), sondern erst in 1,30 m Höhe.

Dies hat mehrere städtebauliche, funktionale und optisch negative Folgen:

  1. Alle Gebäude wachsen zusätzlich um 1,30 m in die Höhe.
  2. Die Hauseingänge zu den Häusern müssen über Treppenanlagen sowie behindertengerechte Rampen zugänglich gemacht werden.
  3. Da die Tiefgaragen sich unter mehreren Häusern und damit auch über die Innenhöfe erstrecken, werden auch alle Innenhöfe um diese 1,30 m „angehoben“.
  4. Räume für eine gewerbliche/öffentliche Nutzung sind durch den fehlenden ebenerdigen Zugang schwer vorstellbar.

Wir weisen darauf hin, dass andere Neubaugebiete mit Mehrgeschosswohnungsbau in Braunschweig solche „Sockelgeschosse“ nicht besitzen, wie zum Beispiel im „Nördlichen Ringgebiet“. Der Sinn solcher Sockelgeschosse ist für uns mehr als fraglich. Ein Verweis auf den Grundwasserstand hat zwar eine gewisse Berechtigung, das Grundwasser umströmt aber die Gebäude und eine Änderung des Grundwasserstandes und der -strömung ist unwesentlich (wir verweisen hier z. B. auf das Neubaugebiet „Nördliches Ringgebiet“). Insofern wird hier die Motivation für eine solche Regelung lediglich in der Kostenersparnis durch weniger Erdaushub und ersparte Grundwasserabsenkung gesehen.

Forderung

Die gestalterischen und funktionalen Folgen sind aus unserer Sicht aber so erheblich, dass wir fordern, einen Sockel von maximal 30 cm (wie üblich) zuzulassen.

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