Kompakte Stadt

Textstellen

Begründung, Abschnitt 2.4, Seite 7

Das Plangebiet erfüllt hierbei vor allem das Leitziel „Die Stadt kompakt weiterbauen“ und entspricht der Strategie einer intensiven Innenentwicklung bei Beibehaltung der Freiraumqualität.

Abschnitt 3, Seite 8

Durch die Ausnutzung vorhandener bzw. durch den Ausbau weiterer sozialer und technischer Infrastruktur (Schulen, Kindertagesstätten, Buserschließung, potentieller Stadtbahnausbau, Fuß- und Radwege, Nahversorgung) kann hier ein optimales Wohnangebot für verschiedene Bevölkerungsgruppen geschaffen werden, welches das Leitbild des integrierten Stadtentwicklungskonzeptes ISEK 2030 „Stadt kompakt weiterbauen“ umsetzt und auch stadtwirtschaftlichen Gesichtspunkten entspricht.

Abschnitt 5.3, Seite 93

Insgesamt soll die Zulässigkeit auch anderer Nutzungen eine mit dem Wohnen verträgliche Nutzungsmischung ermöglichen. Dadurch können allgemeine städtebauliche Ziele wie eine Stadt der kurzen Wege, Sicherung der Grundversorgung oder die Schaffung von Arbeitsplätzen im näheren Wohnumfeld zumindest teilweise erreicht werden. Dabei werden insbesondere Entwicklungsmöglichkeiten auch in mittel- bis langfristiger Sicht geschaffen. Da ein Bebauungsplan grundsätzlich zeitlich unbegrenzt gilt, soll er auch Raum für Entwicklungen schaffen.

Anmerkungen

Entscheidend für eine kompakte Stadt sind die kurzen Wege. Denn diese kurzen Wege lassen Mobilität erst gar nicht entstehen. Das muss das Ziel sein! Im Bebauungsplan werden jedoch neben den Vorgaben zu einer Fläche für Gemeinbedarf/KiTa keinerlei Vorgaben hinsichtlich einer Nutzung jenseits von Wohnzwecken gemacht. Es wurde lediglich formuliert, dass gewisse Nutzungen – neben einer Nutzung zu Wohnzwecken - zulässig sind.

Mit LivingQ wurde bereits ein nahezu reines Wohngebiet in Querum errichtet, welches erhebliche, zusätzliche Mobilitätsbedarfe erzeugt. Das Baugebiet Holzmoor-Nord darf diesem Beispiel nicht folgen. Die Ziele aus dem ISEK müssen ernstgenommen werden. Um dies zu erreichen, müssen gestalterische Vorgaben gemacht werden. Dies betrifft u.a. Raum für Treffpunkte im öffentlichen Raum, Gastronomie inkl. attraktiver (Ort und Öffnungszeiten) Innen- und Außengastronomie, Räume für gemeinsame kulturelle und soziale Aktivitäten und Veranstaltungen, Drogerien und andere Nahversorger als wie bisher ausschließlich Discounter wie Lidl, Aldi oder Netto.

Dass solche Vorgaben prinzipiell möglich sind, zeigt z. B. die textliche Festsetzung des Baugebietes „Kurzekampstraße / GL53“, in der Wohnnutzung teilweise nur für die Obergeschosse beschrieben ist. Noch konkreter wäre dies im städtebaulichen Vertrag möglich, für dessen Genehmigung durch die Ausschüsse diese Abschnitte dann jedoch im Vorfeld unveränderlich ausformuliert vorliegen sollten.

Wenn man die Anzahl der Bewohner eines Stadtteils durch Baugebiete um 50 % erhöht und damit den bestehenden Charakter des Stadtteils massiv verändert, darf man nicht nur betrachten, ob die Umgebung trotz der Baugebiete noch funktioniert, sondern man hat auch die Verantwortung diese massiven Auswirkungen auf die Umgebung durch neue städtebauliche Impulse zu kompensieren.

Forderung

Wir fordern, dass ein Baugebiet dieser Größenordnung wesentliche Anteile an Flächen bereitstellen muss, die nicht Wohnzwecken dienen, um eine Stadt der kurzen Wege realisieren zu können und auch einen Mehrwert für den gesamten Stadtteil zu schaffen. Dies muss bereits im B-Plan festgeschrieben werden.

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