Fassadenbegrünung, Hochwasser, Schneeräumung

Stellungnahme zum Bebauungsplan mit örtlicher Bauvorschrift “Holzmoor-Nord”, GL 51

Öffentliche Auslegung der Entwürfe vom 21. Juni bis zum 21. Juli 2021

Sehr geehrte Damen und Herren,

zum Bebauungsplan möchte ich folgendes kritisch anmerken:

Selbstverständlich ist, dass Wohnraum geschaffen werden muss, da Braunschweig weiterhin wächst. Es muss dennoch ernsthaft geprüft werden, ob eine derart enge und hohe Bebauung mit Tiefgaragen, die ja auch mit einem großen Eingriff in die sensible Natur verbunden ist, wirklich noch dem Umweltgedanken Rechnung trägt.

Gerade die schwere Naturkatastrophe durch die Hochwasser in NRW, Rheinland-Pfalz und Bayern sollte aufzeigen, wie sensibel unsere Umwelt auf Versäumnisse reagiert und wie wenig wir auf vieles vorbereitet sind. Umweltschutz sollte daher insbesondere in neuen Baugebieten oberste Priorität haben.

Der Klimawandel wird sehr wahrscheinlich auch für eine Veränderung der Witterungsbeanspruchung von Bauwerken sorgen und ggf. deren Funktion beeinträchtigen.

Wärmere Sommer mit häufigeren Hitzewellen, wie sie im Zuge des Klimawandels zu erwarten sind, können zu einer verstärkten Aufheizung von Gebäuden führen und damit den Wohnkomfort einschränken.

Positiv ist daher die gedachte Fassadenbegrünung im Bebauungsplan anzumerken. Allerdings ist in Abschnitt 4.4.6, Seite 77 nur folgender Satz vermerkt: „Dachbegrünungen sind im Bebauungsplan festgesetzt, Fassadenbegrünungen werden zugelassen.“

Fassadenbegrünungen können einen wesentlichen Beitrag zur Verhinderung der Aufheizung von Gebäuden und innerstädtischer Quartiere leisten. Sinnvollerweise fördert die Stadt Braunschweig solche Begrünungsmaßnahmen. Warum wird dieses Potential hier nicht als ein weiteres Puzzleteil für eine lokale Klimaverbesserung zwingend gefordert? Ich halte es für zwingend notwendig, anteilige Fassadenbegrünung im Bebauungsplan vorzuschrieben.

Weitere Folge des Klimawandels sind vermehrte und intensivere Starkregenereignisse, wie schon oben erwähnt. Das ist insbesondere unter Berücksichtigung der schon oft über die Ufer getreten Wabe zu bedenken, die Straße und Häuser unter Wasser gesetzt hat. Im Bebauungsplan sind nur wenige Ausgleichsflächen für Überschwemmungen vorgesehen. Bei weiter steigenden Wasserständen, steigt die Gefahr, dass sich das übertretende Wasser vermutlich dann in die schon vorhandenen Baugebiete ausdehnt. Aus den Plänen und Umweltberichten geht nicht hervor, wie hier Vorsorge geplant ist. Auch aus den Umweltberichten ist das für mich nicht ersichtlich. Wie soll z.B. der Schutz des schon bebauen Wohngebietes Im Holmoor gewährleistet werden?

Auch hat gerade der letzte Winter gezeigt, dass durch Veränderungen des Klimas und veränderter Luftströmungen zukünftig heftigere Wintereinbrüche zu erwarten sind. Wir sind in Braunschweig nur mäßig auf solche Winter vorbereitet, was sich am Zustand der Straßen im Februar gezeigt hat. Das Baugebiet im Holzmoor war viele Tage zum Teil überhaupt nicht mehr befahrbar, da es nicht zum Räumgebiet gehört.

Schwierig ist die Lage vor allem auch deshalb, weil die Zufahrtsstraßen eng sind und es wenig Möglichkeiten (oder schlecht genutzte Möglichkeiten) gibt, den Schnee zu räumen.

Das neue Baugebiet ist extrem eng bebaut. Auf den Plänen sind kaum Möglichkeiten zu sehen, die eine vernünftige und durchdachte Schneeräumung zulassen. Die Flächen vor den Tiefgarageneinfahrten müssen ebenso freigehalten werden wie die Gehwege.

Meine Frage daher: Wie soll die Schneeräumungspflicht gewährleistet werden? Welche Ausweichflächen für große Schneemengen sind geplant? Und wo?

Für Ihre Antworten und Anmerkungen bedanke ich mich im Voraus und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

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