Hochwasser, Luftleitbahn, Bevölkerung

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich sehe in dem o.g. Bebauungsplan einige Schwierigkeiten und Diskrepanzen.

  1. Auen und Hochwasser

Der Randbereich des geplanten Baugebietes zählt zum Feuchtgebiet rund um die Auen der Wabe/Schunter und Überschwemmungen werden, gemäß der neu kommunizierten wissenschaftlichen Erkenntnissen bezüglich der “neuen” Jahrhundert-Flutatastrophe von Erftstadt und Ahrweiler endgültig zur Normalität gehören.

Der vorgegebene Mindestabstand zur Wabe im südlich angrenzenden Gebiet war 70m. Hier sollen allerdings mehrere bis zu 5 geschossige Gebäude bis zu 53m an die Wabe heranreichen. Dazu ist die geplante Fläche für die Tiefgaragen deutlich größer als die für die Wohngebäude.

Im zugehörigen Umweltbericht steht dazu: „Flächenversiegelungen sind auf das erforderliche Maß zu begrenzen und Bodenverdichtungen zu vermeiden.“. Trotzdem findet das Thema im Weiteren keine Erwähnung.

Ich fordere daher die Notwendigkeit der Flächenversiegelung durch die Tiefgaragen sowie deren Bedeutung auf das Überschwemmungsgebiet der Wabe und Schunter detaillierter anhand der neuen Entwicklungen im Lande zu überprüfen.

  1. “Städtischen Wärmeinseln” und Luftleitbahn

Im Jahr 2019 wurde in Braunschweig eine Stadtklima-Analyse durchgeführt. Quelle: https://www.braunschweig.de/leben/umwelt_naturschutz/klima/stadtklima/stadtklima_start.php. In den nächsten Jahren dürfen wir gemäß dieser Analyse mit einer Verstärkung des “Städtischen Wärmeinseln” -Effektes rechnen.

Der ehemalige Kleingartenanlage im Holzmoor war de facto Teil von einer Luftleitbahn, die nun statt breiter zu werden (was gemäß der o.g. Analyse notwendig wäre), verengt wird.

In diesem Sinne sollte zumindest die Höhe der Gebäude auf höchstens 3 Geschosse angepasst werden, weil die aktuell vorgesehene Bebauung und Versiegelung der Freiflächen zu einer zu vermeidenden Erhöhung der Lufttemperaturen und damit zu einer Verringerung des Kühlungspotenzials für die anschließenden Wohnbaubereiche führen wird.

  1. Keine Überbevölkerung

Ein weiterer Punkt ist die Tatsache, dass die Bevölkerung unserer Stadt keinesfalls extrem wächst.

Jahr Einwohner

2016 250.704
2017 250.361
2018 250.386
2019 251.551
2020 250.495

Quelle https://www.braunschweig.de/politik_verwaltung/statistik/ez_seit1551.php

Darüber hinaus haben wegen der Corona-Pandemie gelernt, dass die Zukunft der Arbeit anders aussehen kann und wird.

Im Vergleich zu der Zeit bis Februar 2020, werden in der Zukunft deutlich weniger Menschen (z.B. HomeOffice Regelung von VW) während der Woche in Braunschweig leben müssen. In diesem Sinne ist kaum zu verstehen, warum aus den anfänglich geplanten ca. 320 Wohneinheiten plötzlich ca. 793 entstehen sollen.

  1. §34 Absatz 1 BauGB

In dem geplanten Baugebiet sehe ich darüber hinaus mindestens wegen der Höhe der geplanten Gebäude (sogar bis zu 23,5 m Höhe) einen Verstoß gegen §34 Absatz 1 BauGB: „…Innerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile ist ein Vorhaben zulässig, wenn es sich nach Art und Maß der baulichen Nutzung, der Bauweise und der Grundstücksfläche, die überbaut werden soll, in die Eigenart der näheren Umgebung einfügt und die Erschließung gesichert ist. … ;das Ortsbild darf nicht beeinträchtigt werden. …“

Zusammengefasst bezweifele ich die Zulässigkeit des Bebauungsplanes in der aktuellen Version. Ich bitte hiermit um Klärung.

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