Verkehrsgutachten

Das Verkehrsgutachten (WVI für die Stadt Braunschweig), das dem Bebauungsplan zugrunde legt, kommt zu folgendem Schluss:

„Die Ortsdurchfahrt in Querum im Zuge der Bevenroder Straße weist bereits heute für den Kfz-Verkehr zu den Spitzenzeiten hohe Auslastungen auf. Mit den geplanten Baugebieten Holzmoor-Nord und Dibbesdorfer Straße werden diese Auslastungen zukünftig noch ansteigen.“.

Dies ist eine Einschätzung, die auch im Verkehrsgutachten für den Nordosten Braunschweigs vom Mai 2018 (WVI für die Stadt Braunschweig) bereits deutlich wurde. Darin hieß es:

„Die bereits im Analysefall 2016 überlastete Ortsdurchfahrt Querum überschreitet auch im Prognosefall 2030 die empfohlene Mindestqualitätsstufe D.“ … „Daraus resultiert nach dem Bewertungsverfahren des HBS für die Gesamtstrecke die QSV E bzw. F.“

Gleichzeitig kommt das jetzt ausgelegte Gutachten zu dem Schluss:

„Um einen koordinierten Verkehrsfluss entlang der Bevenroder Straße zu gewährleisten, sollte die Umlaufzeit vom Knoten Bevenroder Straße / Im Holzmoor für den Knoten Bevenroder Straße / Essener Straße / Im Fischerkamp übernommen werden. Der Knoten zeigt sich unter den zu erwartenden Verkehrsbelastungen in beiden Planfällen auch unter der veränderten Umlaufzeit und mit angepasstem Signalprogramm leistungsfähig.“

Diese Schlussfolgerung ist in keiner Weise nachzuvollziehen. Bereits heute und in allen Prognosen 2030 haben wir ein massives Problem und nun wird dieses Problem durch eine zusätzliche Ampel gelöst? Der Verkehrsfluss auf der Bevenroder Straße ist auch heute im Berufsverkehr und wenn bei kleinsten Störungen (Liksabbieger, Belieferung ABRA,…) völlig überlastet. Eine Leistungsfähigkeit kann hier maximal auf dem Papier hergestellt werden. Genau deshalb lohnt ein Blick in das zugrunde gelegte Verkehrsmodell in den Anlagen zum Bebauungsplan. Die Aufbereitung von Verkehrsdaten zur Schallberechnung für die 1. Ausbaustufe mit 650 Wohneinheiten basiert auf dem Verkehrsgutachten zum geplanten Baugebiet Holzmoor-Nord. In dieser Aufbereitung finden sich detaillierte Daten zum Prognose-Nullfall und Planfall mit 650 WE. Es fällt sofort auf, dass im Planfall – also im Fall, dass 650 neue Wohneinheiten gebaut werden – die Zahl der KFZ Bewegungen auf der Bevenroder Straße im Bereich ABRA/ALDI sinkt (265 KfZ in 24 h im Planfall 15-minuten-Takt). Eine Annahme, die schwer nachzuvollziehen ist. Auch heute geht der Großteil des Verkehrs nach WOB aus dem Holzmoor als Linksabbieger nach Norden raus und es ist nicht davon auszugehen, dass dieser Verkehr weniger wird, wenn 650 WE hinzugefügt werden. Einzige Erklärung dafür könnte sein, dass das WVI-Verkehrsmodell davon ausgeht, dass keine Fahrten aus der Einmündung nach Norden hinzukommen (sprich alle MIVs der 650 neuen WEs nach Süden wollen) und oben drauf ein Teil der bisher nach Norden abgebogenen MIVs aus dem Grünen Ring und dem Güldenkamp die längere und langsamere Strecke über das Holzmoor Nord nutzen, da die neue Busanbindung für diesen Personenkreis keine Verbesserung zum Status Quo bietet. Diese müssten dann ja durch Duisburger Straße Nord oder Wuppertaler Straße wieder auftauchen. Hier sehen wir im Verkehrsmodell allerdings nur eine Zunahme von 265 und 35 Kfz in 24 h, also einer Zunahme von 300 Fahrzeugen. Wenn also auf der parallelen Bevenroder Straße die Zahl der PKW aber um 265 gesenkt und hier um 300 erhöht werden, erhalten wir eine Differenz von nur 35 Fahrzeugen. Das ist dann alles, was von den 650 WE nach Norden raus fährt? Das kann unmöglich so sein und stellt damit einen weiteren Beleg dafür dar, dass das zur Argumentation der „Leistungsfähigkeit“ des Verkehrs in Querum herangezogene Verkehrsmodell massive Unstimmigkeiten aufwirft und nicht geeignet ist den Verkehr auch nur plausibel – geschweige denn valide – wiederzugeben.

Daher fordere ich einen Abgleich des offensichtlich fehlerhaften gezeigten Verkehrsmodells von WVI durch ein neutrales Gutachten aus einem anderen Hause und die Anpassung der Gesamt WE-Zahl für das Holzmoor-Nord auf ein Maß, das den Verkehr in Querum (insbesondere auf der Bevenroder Straße und der Straße im Holzmoor) nicht noch weiter verschlechtert.

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